Familientag 2014

Wann und Wo

 

Der Familientag findet statt am Samstag, 20. September, zwischen 11.30 und etwa 18.30 Uhr im Andachtsraum der Paulinenpflege Winnenden, Ringstraße 106. Anmeldungen werden bis Freitag, 29. August, bei der Hospizstiftung Rems-Murr, Spinnerei 44, in Backnang per E-Mail (info@hospiz-remsmurr.de) oder telefonisch  (0 71 91 34 41 94-0) entgegengenommen.


Die Teilnahmegebühr beträgt für Erwachsene 20 Euro, für Kinder und Jugendliche zehn Euro, maximal aber 50 Euro. In besonderen Fällen ist nach Absprache eine Reduzierung der Gebühr möglich. In der Teilnahmegebühr enthalten sind die Kosten für Mittagessen, Getränke, Gebäck und Materialien.

Familientag der Hospizstiftung

(ZVW 26.07.2014)


Ein Angebot für Menschen, die um den verstorbenen Mann, die Frau, Mutter, den Vater, Bruder oder die Schwester trauern

Waiblingen/Backnang. Ein Familientag bedarf keiner großen Erklärung: Trauernde, angehörige Menschen, die sich treffen, müssen eben nichts erklären, auch wenn sie sich zunächst fremd sind. Auf diesem Erleben basiert dieser Familientag, zu dem die Hospizstiftung Rems-Murr am Samstag, 20. September, nach Winnenden in die Paulinenpflege lädt.


Mieke Müller-Nielsen, Trauerbegleiterin und Koordinatorin des Jugendhospizdienstes Pusteblume innerhalb der Hospizstiftung, sowie Gaby Hammer, Trauerbegleiterin und Leiterin der Trauergruppe für Jugendliche, stecken den Rahmen des Familientags. Angeboten wird er für Familien, die einen angehörigen Menschen verloren haben. Was indes nicht verpflichtet, alle Familienmitglieder anzumelden. Wer mag, ist willkommen, Geschwister oder Eltern, die sich die Teilnahme nicht zutrauen, sind zu nichts verpflichtet.


Ein gemeinsames Mittagessen am großen Tisch und ein Abschlussgespräch ebenda setzen die Klammern des Familientags. Sie dienen dem Kennenlernen und dem Austausch. Was als Angebot zu verstehen ist. Ein „Muss“, betonen Mieke Müller-Nielsen und Gaby Hammer, wird es an diesem Tag nicht geben. Deswegen auch wird es zwischen den beiden Klammern viel Platz für Vorschläge geben, aber ebenso viel Raum für Reaktion auf persönliche Reaktionen, fürs spontane Eingehen auf individuelle Bedürfnisse, Gefühle, Notwendigkeiten.


Es gibt wenig, das privater, persönlicher, intimer ist als die Trauer um einen Menschen. Weswegen es so schwer sein kann, selbst mit dieser Trauer umzugehen, oder sich in dieser Trauer anderen Menschen mitzuteilen. Menschen, die einen Lebenspartner oder ein Kind verloren haben, erleben die Auswirkungen der Trauer anders als Kinder und Jugendliche, denen die Mutter, der Vater, eine Schwester oder ein Bruder fehlt. Weswegen die teilnehmenden Menschen sich nach dem ersten Kennenlernen am Mittagstisch in Gruppen aufteilen.


In diesen Gruppen treffen sich erwachsene Menschen, die die Partnerin oder den Partner verloren haben. In einer zweiten Gruppe finden sich Eltern, die um ein Kind trauern. Kinder und Jugendliche werden altersentsprechend betreut. Die Erwachsenengruppen werden von der Sozialpädagogin, Supervisorin, Körpertherapeutin und Trauerbegleiterin Marlis Funk-Becker sowie dem Theologen, Heilpraktiker, Supervisor und Trauerbegleiter Hans-Peter Crone betreut. Den Kindern und Jugendlichen nehmen sich Mieke Müller-Nielsen und Gaby Hammer an. Unterstützung erfahren sie von der Künstlerin Anke Kratz, dem Schreiner Philipp von Sporschill und der Voltigier-Trainerin Heidi Brandt.


Trauer ist, was alle Menschen an diesem Tag verbindet. Aber aus ihrer beruflichen Erfahrung wissen die Hospiz-Mitarbeiterinnen Müller-Nielsen und Hammer, dass der Umgang mit dieser Trauer ein sehr unterschiedlicher ist. Erwachsene leben die Trauer um einen verstorbenen Partner anders als die um ein Kind. Die Trauer von Kindern und Jugendlichen drückt sich anders. Weswegen in diesen Gruppen nicht zwischen dem Verlust eines Elternteils oder eines Geschwisters unterschieden wird. Das Gespräch, der Trauer gesprochenen Ausdruck zu geben, steht im Mittelpunkt der Erwachsenen-Gruppen. Wichtig ist Müller-Nielsen und Hammer eine Feststellung: „Es gibt in der Trauer kein Richtig und kein Falsch.“ Aber es gibt die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, andere Wege kennenzulernen. Und - fast selbstverständlich - die Erkenntnis: Ich bin nicht allein mit meinem Erleben.


Der Austausch übers eigene Umgehen mit der Trauer am Familientag kann ein Anfang sein. Für Kontakte zum Beispiel, die über den Familientag hinaus Bestand haben. Zu Menschen, die ebenfalls trauern. Denen nicht erklärt werden muss, was oft so schwer oder gar nicht zu erklären ist. Freiraum ist in den Erwachsenengruppen ebenfalls vorgesehen. Teilnehmenden Menschen, denen die Gespräche zu drückend werden, können sich in einen separaten Raum oder zu einem Spaziergang zurückziehen. Je nach Wunsch begleitet oder allein.


In den Gruppen für Kinder und Jugendliche steht weniger das Gespräch im Vordergrund. Hier geht’s um Angebote, sich künstlerisch, werkelnd oder auch im Umgang mit Pferden auszudrücken. Indes, auch für die jüngeren Menschen gilt dasselbe wie für ihre erwachsenen Angehörigen: Sie müssen ihre Trauer nicht formulieren, sie brauchen vor den anderen Kindern und Jugendlichen keine Rolle aufzubauen oder zu spielen. Weil sie auch ihnen gemeinsam ist. Die Trauer. 

 

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